Vermutlich bestand bereits in der Römerzeit ein kleiner Trampelpfad über den Semmeringpass, da der Weg über den Semmering die kürzeste Verbindung zwischen Wien und der Adria (Triest) war.
Als erste ständige Bewohner des Semmeringer Gebietes traten im 7. Jahrhundert Slawen auf, deren Spuren sich noch in Ortsnamen wie Mürz, Gloggnitz oder Adlitz finden.
Slawischen Ursprungs ist auch der Name „Semmering“, wobei die Chronik noch immer rätselt, ob die Benennung auf den starken Fichtenbestand („smrk“ = Fichte) oder auf die blühenden Schneerosenhänge („cemer(i)nik = Berg bei der Schneerose) zurückgeht.
Im 18. Jahrhundert lies Kaiser Karl VI. nach französischem Vorbild ein Straßennetz anlegen, wo das „schrecklich“ steile Teilstück über den Semmering entschärft wurde.
1841 wurde an Reichsstraße ein kleines Mauthaus eröffnet. Es gab nur sehr geringe Besiedelung zu dieser Zeit.
Der Beginn des Semmering-Tourismus begann bereits während der Bauzeit (1848 – 1854) der Semmeringbahn, welcher Tausende Schaulustige anlockte. Darunter befand sich auch Otto von Bismarck, der spätere Reichskanzler.
Während der Bauzeit der Semmeringbahn war das Felsennest Schottwien der Ausgangspunkt für die Wanderer. Schottwien war auch bekannt durch seine Umspannstation für Pferdekutschen und Postdienste, welche hier vor dem Semmeringer Pass aufgerüstet wurden.
Die „Adlitzgräben“ waren ein begehrter und romantischer Touristenpunkt im 19. Jahrhundert.
Die Bahnstation Semmering wurde 1854 gebaut. Ab diesem Jahr kam es in dem bisher einsamen Gebiet zu einer gewissen Belebung. So führte etwa 1857 Ghegas Kollege und Freund, der Suez-Kanalplaner Luigi Negrelli, 1.100 Teilnehmer der Versammlung deutscher Naturfreunde und Ärzte über den Semmering.
Etwa ab 1873 fuhr man damals als „Vergnügungszügler“ mit Sonderzügen nur über den Semmering.
1877 wurde das Gasthaus „Erzherzog Johann“ erneuert. Von der Bahnstation Semmering erklommen nur wenige Wanderlustige die Passhöhe und kehrten hier ein.
Zwischen 1854 und 1882 blühte der Fremdenverkehr nur an den östlichen Teilen der Semmeringlandschaft, besonders im Schwarzatal, wo Reichenau bald als Nobelkurort der Monarchie mitteleuropäische Geltung erlangte.
Die Jubelhalle wurde 1881 bei der Bahnstation „Wolfsberkogel“ eröffnet und dient dazu erstmals am Semmering aussteigen zu können und um sich unter anderen zu stärken. Etwa bis ins Jahr 1930 waren die Bahnausflugsfahrten in den offenen Waggons äußerst beliebt und voll gefüllt mit begeisterten „Vergnügungszüglern“. Der Wolfsbergkogel ist somit auch die Geburtsstätte der touristischen Entwicklung sowie der verstärkten Besiedelung und der Erschließung der Region.
Die Gründung der Hotel- und Villenkolonie fand in den Jahren 1880 – 1882 statt.
Quelle: Die Südbahn. Ihre Kurorte und Hotels, Mag. Désirée Vasko-Juhász, Böhlau Verlag GesmbH und Co. KG

